Interview

Was macht Monoplan als Team aus? Was sind Eure Kompetenzen?

Daniel Schneider. Monoplan ist von Architekten gegründet, die wissen, dass es noch mehr als Architektur gibt: die Innenarchitektur, die sinnvoll mit der Architektur korrespondieren sollte und die Themen Branding, Positionierung und Vermarktung einer Immobilie.

Philip Wohlfarth. Wir sagen oft „dort wo andere bereits aufhören, dort haken wir als Monoplan ein“. Das ist der Punkt, an dem wir als Architekten das Potential gesehen haben und uns zusammen mit der Innenarchitektur mehr und mehr in das Thema Architectural Branding hineingearbeitet haben.

Mal ganz konkret – welche Aufgaben übernimmt Monoplan und wo liegen die Schwerpunkte?

Daniel. Auf unserem bisherigen Weg sind wir schon in nahezu allen Disziplinen tätig gewesen: Architektur, Projektmanagement, Bauleitung, Grafikdesign, Interior Design, Broschüren, Filme, alles.

Alexandra N. Verburg. Wenn ein Bauherr zum Beispiel noch eine Broschüre braucht oder einen Film über das geplante Objekt erstellen möchte, dann kümmern wir uns darum. Im Zweifel bündeln wir alle Disziplinen bei uns, sei es intern oder mit externen Partnern.

Architektur, Interior Design und Branding. Inwieweit gehen diese drei Hand in Hand?

Daniel. Die Antwort lautet Teamwork im echten Wortsinne: Wir begreifen unsere Projekte stets als Zusammenspiel der drei Bereiche: Architektur, die äussere Hülle. Interior Design, von innen nach aussen gedacht. Und in die Zukunft eines Objektes gedacht: Wie wirkt es, wie steht es im Markt, das Thema Branding und die Vermarktung einer Immobilie. Erst wenn man die drei Themen zusammennimmt, kann in unseren Augen ein „perfektes Projekt“ entstehen.

Philip. Wir lassen unsere Projekte nicht nur aus einer Richtung wachsen, sondern aus allen 3 Bereichen heraus. Diese Flexibilität bringt ein grosses Potential mit sich.

Kann man das Thema „Branding“ in einer Philosophie zusammenfassen?

Philip. Branding begreifen wir gerne als eine Art Arbeitsauftrag, der während eines Projektes immer mitschwingt. Natürlich wird bei uns die Architektur angefragt, aber wir entwickeln diese aus der Story, die darum erzählt werden kann. Das spielt bei grossen Immobilien eine immer wichtigere Rolle, aber schwingt selbst bei kleineren Residential-Objekten für private Bauherren immer mit.

Daniel. Wenn wir ein Projekt beginnen, versuchen wir anhand einer Reihe von Fragen die zukünftige Entwicklung zu antizipieren. Am Beispiel eines Hotels könnten diese Fragen lauten „Was möchte der Bauherr?“, „Wer werden die Gäste?“, „Wie können wir im jeweiligen Hotelmarkt nachhaltig erfolgreich sein?“, „Was sind die Rahmenbedingungen?“, also auch „Was ist unsere Interpretation der Zukunft dieses Hotels?“. Ein solches Projekt kann Jahre in Anspruch nehmen, von der ersten Überlegung bis zur endgültigen Realisierung, und danach gilt es für 10, 15 oder 20 Jahre erfolgreich am Markt zu bestehen. Somit ist es sehr wichtig, diese Zukunftsszenarien in unserer Anfangsanalyse gut zu beachten und im Entwurfsprozess immer wieder zu überprüfen. Mit diesem Ansatz sind wir zu der Symbiose unserer drei Themen gekommen.

Kostet es Euch eigentlich viel Überzeugungsarbeit, beim Kunden das Thema Branding im Prozess mitzuführen?

Moritz Rinne. Gerade bei Hotelprojekten rennen wir mit dem Ansatz offene Türen ein. Ein Beispiel dazu: Wir haben eine Hotelkette, die von ihrem wichtigsten Haus die Eingangshalle renovieren möchte. Die kann man jetzt nicht einfach neu machen, ohne sich zu fragen, wie holen wir das Image des Hotels, das es ja bereits gibt, in die Gegenwart. Und das ist eine ganz andere Aufgabe, als einfach nur eine Eingangshalle neu zu machen. Das fängt bei den Materialien und Farben an und spannt sich bis zur Wahrnehmung der gesamten Hotelkette.

Wie bringt Ihr die Marke auf die Fläche? Beispielsweise bei einer Messe oder einem Shop?

Philip. Ein Messestand, ein Shop oder Store ist eine Momentaufnahme, um eine Unternehmenskultur spürbar und räumlich sichtbar zu machen. Wir sind da immer im Spannungsbogen zwischen Produkt und Unternehmen. Das Produkt steht im Vordergrund, aber das Produkt muss im Kontext der Herkunft, der Unternehmenskultur inszeniert werden. Das Schöne an unserem Beruf ist, dass wir an diesen Storys mitschreiben können und dass wir sie dadurch weiterentwickeln. Das macht richtig Spass.

Hat sich der Blick Eurer Kunden, der Bauherren und Unternehmen auf das Thema „Architektur als CI-Bestandteil“ verändert?

Daniel. Die grossen Immobilienfirmen haben die Wichtigkeit einer sauberen Positionierung ihrer Objekte im Markt natürlich erkannt. Insgesamt wird das Thema zunehmen, aber es wird immer eine Erklärung des Planers notwendig sein.

Philip. Ein aktuelles Beispiel ist das Löwen Hotel Montafon. Wir haben dort zu einem frühen Zeitpunkt der Planung das Motto „Zu Gast bei Freunden“ gefunden. Das ist erst mal ein emotionaler Satz, den man formuliert. Und wenn man sich dann überlegt, wie man davon die unterschiedlichsten Themen ableitet – Fassadenbau, Interior Design, Lichtplanung – dann kann man ganz gut sehen, in welche Richtung es gehen muss. Daraus entsteht Architektur und Interior Design, aber auch eine Antwort auf die Frage wie die Website oder ein Printmedium ergänzend dazu aussehen müsste. So können wir mit jedem Schritt überprüfen, ob wir noch richtig unterwegs sind.

Wie kommt man zu einem solchen Gedanken?

Daniel. Es ist ein Zusammenspiel von zwei Ansätzen. Zum einen geht es darum, sich analytisch dem Thema zu nähern: die Ist-Betrachtung, die Wettbewerbs- Betrachtung, die Ziele des Kunden und des Investors genau zu verstehen und zu überprüfen. Und von dieser Analyse ausgehend, fängst du an zu spielen, das ist dann der kreative Teil. Du entwirfst verschiedene Szenarien – wie kann ein Objekt an und mit einem bestimmten Ort funktionieren? Was könnte mit genau den Gegebenheiten in der Zukunft erfolgreich sein? Und dann fängt man an aus diesen Aspekten ein Hauptthema zu destillieren.

Moritz. Es ist eine Art Leitfaden und man merkt schnell, ob er funktioniert. Wenn er funktioniert, greift man immer wieder darauf zurück und mit jedem Mal wird er stärker. Für das Atlantis Hotel in Zürich haben wir den Leitgedanken „back to the roots – up to date“ definiert. Dieser ist deshalb so hilfreich, weil er uns immer wieder an die Vergangenheit dieses Hauses erinnert. Daran, dass das Hotel 1970, nach seiner Eröffnung, absolut State-of-the-Art war. Und jetzt müssen wir einen neuen Eindruck erschaffen, der diesen Bogen schlägt. Eine solche Geschichte können sie jedem am Projekt Beteiligten erzählen, nicht nur dem Kunden, sondern jedem Fachplaner oder auch den zuständigen Behörden. Und dass es funktioniert, merkt man jedes Mal, wenn man den Leitgedanken benutzt.

Ihr baut gerade Eure Büroräume um – was sehe ich in den neuen Räumen, das Monoplan ausmacht?

Alexandra. Als wir diese Räume bezogen haben, hatten wir genug Patz für alles. Aber wir sind in den letzten 5 Jahren sehr stark gewachsen und damit sind unsere Räumlichkeiten eng geworden. Jetzt haben wir mit den neuen Räumen im Untergeschoss mehr Platz geschaffen, um kreativ zu arbeiten. Wir können ganze Wände kreieren, auf denen wir die Materialien zu Moodboards zusammenstellen und begreifbar machen. Wir haben den Platz, diese Themen dann auch auszustellen, damit unsere Kunden die Dinge vor Ort ansehen und anfassen können. Den Platz für diese Präsentationen, aber auch für die dazugehörige Materialsammlung zu haben, darin liegt für mich als Innenarchitektin der grösste Mehrwert.

Philip. Die neuen Räume zeigen, wie wir selbst sind – wenn man selbst in Räumen arbeitet, die zum Denken und zum eigenen Arbeiten passen, Räume, die der eigenen Philosophie folgen, dann ist es authentisch, dann schliesst sich der Kreis. Genau das, was wir für unsere Kunden schaffen möchten, spiegelt sich in unseren neuen Räumen wider.